Kennst du das? Du liegst abends im Bett und eigentlich bist du unglaublich müde, aber in deinem Kopf sind lauter To-do-Listen und das Gedankenkarussell ist an. Gespräche von gestern, Sorgen von morgen und irgendwo dazwischen dieser eine Gedanken: „Wie zur Hölle soll ich all das schaffen?“
Und obwohl du dir nichts mehr wünschst als einen kurzen Moment der Ruhe, einmal wirklich durchzuatmen und einfach nichts tun zu müssen, machst du genau das Gegenteil. Du funktionierst weiter. Tag für Tag. Ohne wirklich bei dir zu sein.
Willkommen im Funktionsmodus.
Und weißt du was das Verrückte am Funktionsmodus ist? Nach außen hin wirkt das oft total „normal“. Du schleppst dich von Woche zu Woche, erledigst deine Aufgaben, bist für andere da und irgendwie läuft alles weiter. Aber innerlich? Da sieht es ganz anders aus. Innen ist diese ständige Anspannung, dieses Gefühl, nie wirklich fertig zu sein, nie wirklich abschalten zu können.
Und glaub mir, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, weil ich selbst genau an diesem Punkt war. Was ich damals nicht verstanden habe: Es ist nicht einfach nur eine stressige Phase, die irgendwann von alleine wieder vorbeigeht. Es ist ein Zustand, an den man sich gewöhnt. Ein Zustand, der sich irgendwann so vertraut anfühlt, dass man gar nicht mehr hinterfragt, ob er einem eigentlich gut tut.
Und genau da wird es gefährlich. Denn nur weil sich etwas normal anfühlt, heißt es noch lange nicht, dass es gesund ist. Vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem du ehrlich hinschaust und erkennst: So möchte ich mich nicht mehr fühlen.
Genau hier beginnt Veränderung und möglicherweise darf genau jetzt etwas Neues in dir beginnen. 💕
Spoiler: Beim Dauerstress geht es nicht darum ihn zu vermeiden, sondern zu lernen besser mit ihm umzugehen.
Warum du Stress nicht einfach „abschalten“ kannst
Viele denken, sie müssten einfach nur ein bisschen „besser entspannen“ und stressige Situationen völlig vermeiden, um ein leichteres Leben zu führen. Und vielleicht hast auch du die folgenden Punkte bereits versucht: früher schlafen gehen, weniger aufs Handy schauen, vielleicht sogar mal meditieren und trotzdem sitzt du da und denkst dir: Warum funktioniert das bei mir nicht? Warum lässt sich dieser Stress einfach nicht abschalten?
Die ehrliche Antwort ist: Es geht nicht darum, Stress vollkommen zu vermeiden, sondern zu beginnen mit Stress besser umzugehen. Stress entsteht nicht ausschließlich in deinem Kopf. Dein ganzer Körper ist daran beteiligt. Dein Nervensystem läuft dauerhaft auf Hochtouren und hat sich daran gewöhnt, immer „an“ zu sein.
Und genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Wenn dein System über einen längeren Zeitraum unter Spannung steht, dann wird dieser Zustand irgendwann zu deinem „Normal“, denn dein Körper kennt gar nichts anderes mehr. Er ist darauf eingestellt, zu funktionieren, zu reagieren, durchzuziehen und nicht darauf, wirklich zur Ruhe zu kommen.
Das bedeutet auch: Ruhe ist für dich im ersten Moment gar nicht automatisch entspannend. Und vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du dir bewusst Zeit nimmst, dich hinsetzt und eigentlich entspannen willst und plötzlich wird es unruhig in dir. Deine Gedanken werden lauter, dein Körper fühlt sich angespannt an und innerlich kommt dieses Gefühl hoch, dass du „eigentlich noch so viele Dinge erledigen solltest“.
Und genau in diesem Moment denken viele: „Das bringt doch alles nichts.“
Aber die Wahrheit ist: Du kannst zur Ruhe kommen. Du hast nur verlernt, wie das funktioniert.
Stress loslassen ist kein Schalter, den du einfach umlegen kannst. Es ist eher wie ein Prozess, in dem du und dein Körper Stück für Stück lernen dürft, dass ihr sicher seid, dass ihr nicht ständig etwas leisten müsst und dass es in Ordnung ist, auch mal runterzufahren.
Und dafür brauchst du vor allem eins: Geduld und liebevolle Nachsicht mit dir selbst.
Denn du kannst nicht erwarten, dass dein System, das vielleicht jahrelang im Dauerstress war, von heute auf morgen komplett abschaltet. Aber du kannst anfangen, ihm immer wieder kleine Signale zu senden, dass es okay ist, langsamer zu werden und dass du dir erlauben darfst, dir im Alltag kleine Ruheinseln zu schaffen.
Echte Veränderung beginnt nicht im perfekten Entspannen, sondern im bewussten Wahrnehmen dessen, das etwas geändert werden kann.
Der Funktionsmodus und warum er dich festhält
Der Funktionsmodus ist tückisch, weil er sich zunächst gar nicht schlecht anfühlt. Im Gegenteil, er gibt uns sogar das Gefühl, alles im Griff zu haben. Du schaffst viel, bist zuverlässig, ziehst durch, aber gleichzeitig entfernst du dich immer mehr von dir selbst.
Typische Anzeichen dafür sind zum Beispiel:
- Du machst weiter, obwohl du merkst, dass deine Energie längst aufgebraucht ist
- Du sagst „ja“, obwohl du innerlich ein „nein“ fühlst
- Du nimmst dir Dinge vor, die dir guttun würden, aber wirklich Zeit dafür nimmst du dir nicht
- Du bist ständig gedanklich schon beim nächsten Punkt
Und irgendwann merkst du: Es geht gar nicht mehr darum, wie es dir geht, sondern nur noch darum, dass alles läuft.
Stress loszulassen beginnt nicht im Außen, sondern in dir
Stress loslassen bedeutet nicht, dein Leben komplett umzukrempeln oder von heute auf morgen alles perfekt zu machen. Es bedeutet viel mehr, Schritt für Schritt wieder bei dir anzukommen. Deine innere Welt wahrzunehmen, deine Stressoren* zu identifizieren und deine Resilienz zu stärken.
Und genau das beginnt oft mit ganz kleinen Dingen:
- dir bewusst kleine Pausen zu erlauben, ohne sie direkt zu „optimieren“
- deinen Körper wieder wahrzunehmen, statt nur im Kopf zu sein
- ehrlich hinzuschauen, wo du dich selbst übergehst
- dir Unterstützung zu holen, anstatt alles alleine tragen zu wollen
Das sind zwar keine riesigen Veränderungen, aber bereits diese kleinen Dinge verändern unglaublich viel.
Von Herz zu Herz: Wenn ich ganz ehrlich mit dir bin, dann beginnt genau hier der Teil, der alles verändern kann, aber auch der, vor dem sich viele am meisten drücken. Nicht, weil er schwer ist, sondern weil er ehrlich ist. Stress loszulassen, hat wenig damit zu tun, dein Außen perfekt zu gestalten. Es geht nicht darum, dass plötzlich alles ruhig wird, dein Kalender leer oder dein Leben perfekt organisiert ist. Es geht darum, dass du beginnst, dich selbst wieder zu spüren. Und ich weiß, wie ungewohnt sich das anfühlen kann. Vielleicht sogar ein bisschen beängstigend. Weil da plötzlich Dinge hochkommen, die du lange weggeschoben hast. Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse, die im Alltag keinen Platz hatten. Aber genau darin liegt dein Schlüssel. Nicht im Weitermachen. Nicht im „noch schneller werden“, sondern im Innehalten.
Vielleicht ist es erstmal nur ein kleiner Moment am Tag, in dem du dich fragst: Wie geht es mir gerade wirklich?
Vielleicht ist es das erste Mal, dass du merkst, dass du erschöpft bist und es dir auch eingestehst. Und genau da beginnt Veränderung.
Nicht laut. Nicht perfekt, sondern ehrlich und Schritt für Schritt.
Und bitte vergiss nicht: Du musst da nicht alleine durch.
*Stressoren = äußere und/oder innere Reize, die eine Stressreaktion auslösen
Was mir wirklich geholfen hat und vielleicht auch dir hilft
Ich war genau an diesem Punkt, an dem ich gemerkt habe: So kann es nicht weitergehen. Und trotzdem hatte ich keine Ahnung, wie ich da rauskommen soll.
Was für mich den Unterschied gemacht hat, war nicht der eine große Durchbruch, sondern viele kleine Schritte, wie zum Beispiel, dass ich…
- angefangen habe, mir feste Zeiten nur für mich einzuplanen – ja, einen Termin in meinen Kalender
- gelernt habe meine Gedanken aufzuschreiben, statt sie nur im Kopf drehen zu lassen
- mir erlaubt habe, Dinge abzugeben und um Hilfe zu bitten
- angefangen habe mich selbst wirklich von Grund auf kennenzulernen
Und ja, ich war auch in Therapie. Aber das war nur der Anfang. Die eigentliche Veränderung kam dadurch, dass ich zwischen den Therapie Session etwas für mich getan habe. 👉🏼 Inner Work, Selbstfürsorge und Ehrlichkeit mir selbstgegenüber. Diese Punkte haben mein Leben komplett verändert.

✍🏼 Journalingfragen für dich
Schnapp dir ein Journal/Notizbuch, nimm dir 5–10 Minuten Zeit und beantworte die folgenden Fragen für dich. Nicht perfekt, nicht „schön formuliert“, sondern einfach echt.
- Wo in meinem Alltag fühle ich mich dauerhaft unter Druck und warum halte ich daran fest?
- Wann habe ich das letzte Mal wirklich etwas nur für mich getan,ohne schlechtes Gewissen?
- Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn ich mich selbst an erste Stelle setzen würde?
Herzensnotiz: Beim Journaln geht es nicht um Perfektionismus, sondern um Ehrlichkeit. Bei der Beantwortung der Fragen gibt es kein richtig oder falsch. Für die Beantwortung der Journalingfragen wünsche ich dir nun ganz viel Ehrlichkeit, Offenheit und Liebe dir selbstgegenüber.
Q&A – kurz und ehrlich
Warum kann ich nicht einfach entspannen?
Weil dein System gerade auf Dauerstress eingestellt ist. Entspannung ist etwas, das du wieder lernen darfst und das Schritt für Schritt.
Wie kann ich Stress loslassen, wenn ich keine Zeit habe?
Indem du klein anfängst. Es geht nicht um mehr Zeit, sondern um bewusste Momente im Alltag.
Wie komme ich aus dem Funktionsmodus raus?
Indem du wieder beginnst, dich selbst wahrzunehmen, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und nicht mehr im Außen zu leben.
Fazit und vielleicht dein neuer Anfang 🦋
Vielleicht fühlst du dich gerade noch weit weg von diesem „weniger Stress“. Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass dein Alltag das gar nicht zulässt. Aber Veränderung beginnt nicht dann, wenn plötzlich alles leichter wird. Sie beginnt in den Momenten, in denen du ehrlich und bewusst hinschaust.
Und vielleicht ist genau jetzt dieser Moment. Der Moment, in dem du merkst: So wie es gerade ist, möchte ich mich nicht mehr fühlen. Und genau in dieser Erkenntnis liegt so viel Kraft und Transformation. Du musst nicht alles auf einmal verändern. Du darfst einfach anfangen. In deinem eigenen Tempo.
Erlaube dir, dich selbst ernst zu nehmen. Dir zuzuhören. Deine Grenzen wahrzunehmen und dir Raum zu geben.
Und vielleicht ist genau das hier kein „weiterer Blogartikel“, sondern der Moment, in dem du beginnst, etwas in deinem Leben zu verändern.
You got this. 🦋
Und glaub mir: dein Leben darf sich wieder leichter anfühlen.
Ps.: Wenn du spürst, dass du dir Unterstützung wünschst, begleite ich dich von Herzen gern auf deinem Weg zurück zu dir. Sichere dir jetzt dein Mini Coaching Kurs: „Entdecke deine innere Kraft – Wie du aus dem Energie-Tief zurück in deine innere Power gelangst“. 💕
Glow up from within,
Deine Tatjana


